Verantwortungsvolles Spielen
Geltungsbereich dieses Dokuments
Diese Grundsätze gelten für jede Person, die das Angebot dieser Website nutzt, unabhängig davon, ob sie sich erst orientiert, ein Konto führt oder bereits an Spielangeboten teilnimmt. Die nachfolgenden Regeln und Empfehlungen betreffen alle Nutzungsformen gleichermassen.
Der Betreiber dieser Seite ist nicht der Anbieter der Spiele. Die hier beschriebenen Schutzmassnahmen ergänzen die Vorgaben, die der jeweilige Spielanbieter selbst festlegt, und ersetzen sie nicht.
Grundverständnis von Glücksspiel
Glücksspiel ist eine freiwillige Freizeitbeschäftigung, kein Weg zu sicherem Einkommen und keine Lösung für finanzielle Probleme. Wer spielt, setzt Geld ein, das er sich leisten kann zu verlieren, und akzeptiert von vornherein, dass der Einsatz nicht zurückkommt. Diese Haltung ist die Voraussetzung dafür, dass Spielen unterhaltend bleibt.
Erwartungen an Gewinne bleiben realistisch. Jede Runde ist ein eigenständiges Ereignis, frühere Ergebnisse sagen nichts über den weiteren Verlauf aus. Wer mit dieser Erwartung spielt, schützt sich vor Enttäuschung und vor der Versuchung, Verluste mit höheren Einsätzen ausgleichen zu wollen.
Persönliche Schutzmassnahmen
Wer erkennt, dass selbst gesetzte Grenzen schwer einzuhalten sind, kann auf zusätzliche Werkzeuge zurückgreifen. Diese Massnahmen wirken auf unterschiedlichen Ebenen und lassen sich je nach Bedarf kombinieren.
Limits als Steuerungsinstrument
Einzahlungslimits begrenzen den Betrag, der innerhalb eines bestimmten Zeitraums auf das Spielkonto gelangen kann. Sie wirken im Vorfeld, indem sie die verfügbare Summe begrenzen, bevor überhaupt gespielt wird. Verlustlimits setzen an der anderen Seite an: Sie beenden das Spiel, sobald eine festgelegte Verlustschwelle erreicht ist. Zeitlimits begrenzen die Dauer einer Spielsitzung und unterbrechen das Spiel nach Ablauf der vorgegebenen Zeit.
Diese Werkzeuge ersetzen keine Selbstdisziplin, aber sie entlasten sie. Wer das Limit vor Spielbeginn setzt, trifft die Entscheidung in einem ruhigen Moment und muss sie nicht unter dem Eindruck des laufenden Spiels fällen. Die Wirksamkeit hängt davon ab, dass die Limits ernsthaft gewählt und nicht unmittelbar wieder angehoben werden.
Spielpausen sind eine weitere Form der Unterbrechung. Schon eine zeitweise Auszeit schafft Abstand und erlaubt es, das eigene Spielverhalten nüchtern zu betrachten. Wer feststellt, dass die Kontrolle nicht zuverlässig gelingt, kann eine formelle Sperre beantragen, die den Zugang zum Spielangebot vollständig unterbindet. Sperren sind keine Strafe, sondern ein Schutz, der in Anspruch genommen werden darf, sobald er nötig erscheint.
Verbindliche Grundsätze
Die folgenden Regeln sind einfach zu merken und bilden das Fundament jedes verantwortungsvollen Umgangs mit Glücksspiel. Sie gelten für jede Sitzung, unabhängig von Dauer und Einsatzhöhe.
- Verwenden Sie ausschliesslich Geld, das frei verfügbar ist und dessen Verlust keine existenziellen Folgen hat.
- Legen Sie vor Spielbeginn ein festes Budget fest und halten Sie sich daran, auch wenn das Spiel verlockend verläuft.
- Versuchen Sie niemals, verlorenes Geld sofort zurückzugewinnen. Ein Verlust ist abgeschlossen, sobald er eingetreten ist.
- Machen Sie regelmässige Pausen, um Abstand zum Spielgeschehen zu gewinnen.
- Bestimmen Sie vorab eine klare Spieldauer und beenden Sie die Sitzung, wenn diese Zeit erreicht ist.
- Akzeptieren Sie Verluste als Teil des Spiels. Wer nicht bereit ist zu verlieren, sollte nicht spielen.
Diese Grundsätze wirken nur, wenn sie vor dem Spiel festgelegt und nicht während des Spiels verhandelt werden. Wer sie einhält, behält die Kontrolle über Zeit und Geld.
Dokumentation von Zeit und Einsatz
Ein verlässliches Bild des eigenen Spielverhaltens entsteht nur, wenn Zeit und Geld tatsächlich festgehalten werden. Führen Sie eine einfache Aufzeichnung über Dauer, Einsätze und Ergebnisse jeder Sitzung. Diese Notizen müssen nicht aufwendig sein, aber sie müssen ehrlich sein.
Überprüfen Sie diese Aufzeichnungen in regelmässigen Abständen. Entscheidend ist der Vergleich zwischen dem, was Sie geplant haben, und dem, was tatsächlich geschehen ist. Wer wiederholt mehr Zeit oder mehr Geld aufwendet als vorgesehen, erkennt daran ein Muster, das eine Anpassung der eigenen Regeln erfordert. Eine ehrliche Auswertung ist aussagekräftiger als jedes Bauchgefühl.
Warnzeichen erkennen
Glücksspiel verändert sich selten von einem Tag auf den anderen. Es gibt jedoch wiederkehrende Muster, die darauf hindeuten, dass das Spielen aufgehört hat, Unterhaltung zu sein. Wer eines oder mehrere dieser Zeichen bei sich bemerkt, sollte dies ernst nehmen.
- Frustration nach Verlusten mit dem Drang, sofort weiterzumachen
- heimliches Spielen oder das Verbergen von Spielaktivitäten vor dem Umfeld
- deutlich mehr Zeit auf Glücksspielseiten oder in Spielangeboten als ursprünglich geplant
- wiederholte Überschreitung selbst gesetzter Limits
- Belastung von Arbeit, Studium oder Familienleben durch das Spielen
- Geldleihe oder Verschiebung von Rechnungen wegen Spielausgaben
Ein einzelnes dieser Zeichen kann ein Ausrutscher sein. Treten sie jedoch wiederholt auf, ist das ein Hinweis darauf, dass die Kontrolle nicht mehr ausreicht. In dieser Situation kann eine Beratung oder eine Sperre eine sinnvolle nächste Massnahme sein. Je früher diese Schwelle erkannt wird, desto einfacher ist der Weg zurück zu einem kontrollierten Umgang.
Schutz von Minderjährigen
Jugendschutz beginnt im Gespräch. Sprechen Sie offen über die Risiken des Glücksspiels und darüber, dass es sich um eine Aktivität für Erwachsene handelt. Minderjährige sollten weder direkten Zugang zu Spielkonten haben noch über Erwachsene an Glücksspielen teilnehmen können.
Technische Vorsicht ist ebenso nötig. Bewahren Sie Kontozugänge, Zahlungskarten und Geräte mit installierten Spielanwendungen so auf, dass sie für Minderjährige nicht erreichbar sind. Lassen Sie Spielsitzungen nicht unbeaufsichtigt laufen und prüfen Sie, ob auf gemeinsam genutzten Geräten ein Zugriff möglich ist. Diese Massnahmen schliessen die häufigsten Wege, über die Minderjährige an Glücksspiel gelangen.
Hilfe und Information in der Schweiz
In der Schweiz stehen fachliche und offizielle Stellen zur Verfügung, wenn Unterstützung oder weiterführende Informationen benötigt werden. ESBK: Sozialschutz erklärt Schutzmassnahmen im regulierten Schweizer Spielbereich. SOS Spielsucht – Was tun bei Spielsucht? bietet Orientierung für Betroffene und ihr Umfeld. ESBK: Spielsperre informiert über Sperren und deren Bedeutung im Schweizer System.
Bei akuten Schwierigkeiten kann es sinnvoll sein, zunächst eine Pause einzulegen und sich anschliessend an eine geeignete Fachstelle oder ein offizielles Informationsangebot in der Schweiz zu wenden. Diese Hinweise ersetzen keine persönliche Beratung, können aber den ersten Schritt erleichtern. Niemand muss eine solche Situation allein bewältigen.